Maramures in Rumänien: wo die Zeit stehen geblieben ist

Maramures in Rumänien: wo die Zeit stehen geblieben ist

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In Nord-Rumänien liegt inmitten der Karpaten die beinahe verzaubert wirkende Region Maramures, deren Kreishauptstadt Baia Mare ist. Die Zeit scheint hier stillgestanden zu sein. Landwirtschaft in einem für uns fast vergessenem Stil prägt diese Region. Wer unvorbereitet in die Region Maramures kommt, wähnt sich in einem wundervoll romantischen Film.

Die Uhren ticken anders in Maramures

In der Region Maramures bestellen Menschen in Trachten die Felder, bringen mit hoch beladenen Pferdefuhrwerken das Heu ein. Ist Feierabend, kommen die Menschen von den Feldern. Frauen mit Kopftuch haben die Rechen geschultert, Männer mit Strohhut die Sense. Die Tiere werden an die Dorftränke geführt. Für die Menschen hängt ein Becher parat. Draußen vor den Gartenzäunen treffen sich auf Bänken die Frauen des Dorfes zum Reden und zum Spinnen mit der Handspindel. Irgendwo dengelt ein Mann seine Sense. Reich verzierte Holztore sind der Stolz eines jeden Hauses. Es scheint, als sei die Zeit hier nicht weitergelaufen. Das Leben hier ist noch ganz ursprünglich und fest verankert mit der alten Tradition. In diese Region kommt der Besucher nur über Bergpässe. Aber was die Menschen jenseits der Berge bewegt, berührt die Menschen in Maramures nur wenig. Hier werden Bräuche gepflegt, Handwerke ausgeübt und Haustierrassen gehalten, die es sonst nirgendwo mehr gibt. Dabei nimmt man auch gerne in Kauf, dass der bäuerliche Alltag jedem Einzelnen harte Arbeit abfordert.

Tourismus in Maramures

Auch in Maramures sieht man Touristen gerne. In vielen Orten findet man Schilder mit der Aufschrift ‘Pension’. Hier erwarten den Besucher Unterkünfte mit guten Betten und Dusche. Im Preis inbegriffen sind eine herzhafte Hausmannskost und ein ganz selbstverständlicher Familienanschluss. ‘Agrotourismus’ ist das Zauberwort, welches die Besucher nach Maramures in das Iza-Tal zieht. Die Region Maramures ist multikulturell. Ausdruck des guten Miteinanders sind ihre religiösen und traditionellen Feste. Traditionell lebt man in Holzhäusern. Jeder Ort hat seine Holzkirche – Acht dieser Holzkirchen im Kreis Maramures wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Sehenswert sind für Besucher auf jeden Fall die Unierten Kirchen im Ort Surdesti, das Elie Wiesel Gedenkhaus in Sighet und ein Besuch bei den Zipsern in Viseu de Sus. Sehr sehenswert ist die ‘Blaue Quelle der Iza’ am Fuße des Rodna-Gebirges. In Baia Mare stehen mehr als 20 Gebäude aus dem Mittelalter. Ebenso ein alter Munitionsturm aus dem 15. Jahrhundert. In den Dorf Säpânta findet man den weltweit einmaligen “Lustigen Friedhof”: Die hölzernen Grabkreuze wurden verziert mit den verschiedensten Schnitzereien und lustige Verse beschreiben das Leben des Verstorbenen.

Die faszinierende Welt in Maramures

Für auswärtige Besucher öffnen sich Einblicke in eine Welt, die man nur noch aus Büchern kannte. Eine wundervolle Ruhe prägt Maramures und seine Menschen. Dabei muss auf den technischen Komfort der Welt mitten im Kaukasus nicht verzichtet werden. Denn auch hier in Maramures gibt es Telefon und Internet. Wenn wir Glück haben, bleibt diese Region noch lange so hartnäckig traditionsbewusst. So bliebe dieser Rückzugsort in ein anderes Leben eine hoffentlich noch lange Zeit erhalten.